Über 3000€ mit einem Sensor sparen

Wie Holzmanufaktur Decker mit einem Radarsensor und intelligenten Stromzählern ihre Heizung absichert, das Team entlastet und ganz nebenbei die Treibhausgasbilanz mitschreibt.

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In dem kleinen Dorf Haimpfarrich bei Roth steht eine Manufaktur, in der ein Holzboden noch als das größte Möbelstück im Raum verstanden wird. Decker Holzmanufaktur fertigt exklusive Hartholzböden sowie Wandverkleidungen und Deckenverkleidungen, und jede einzelne Diele geht durch zehn bis vierzehn Paar Hände, bevor sie das Haus verlässt. Was vor Generationen als kleine Mühle mit Sägewerk begann, ist heute ein Familienbetrieb, der Tradition und handwerkliche Sorgfalt mit einem ehrlichen Anspruch an Nachhaltigkeit verbindet. Genau dieser Anspruch war der Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit mit strait earth, denn echte Nachhaltigkeit beginnt im Mittelstand selten mit großen Worten und fast immer mit einem konkreten betrieblichen Detail.


Auf einen Blick

Kunde: Holzwerkstätte Decker
Branche: Holzverarbeitung, Mittelstand
Lösung: IoT Füllstandsmessung im Hackschnitzelsilo plus Smart Meter für den Stromverbrauch
Ergebnis: 3500 Euro Einsparung pro Jahr, Amortisation in wenigen Wochen


  1. Die Ausgangssituation

Bei der Fertigung ihrer Böden fallen bei Decker große Mengen an Holzspänen an, und statt diese zu entsorgen, nutzt die Manufaktur sie direkt als Brennstoff für die eigene Biomasseheizung. Das ist ein geschlossener Kreislauf, der zur Haltung des Betriebs passt und ihn über die kalten Monate trägt. Die einzige Schwachstelle lag darin, dass niemand in Echtzeit wusste, wie voll das Silo gerade war.

Um den Füllstand zu prüfen, musste der Werksleiter einmal pro Woche selbst auf das Silo steigen und mit eigenen Augen nachsehen. Das geschah über acht Monate im Jahr, bei jedem Wetter und unabhängig davon, wie kalt, nass oder rutschig es draußen war. Während dieser Kontrolle stand die Anlage still, und zwei weitere Mitarbeiter konnten in dieser Zeit nicht an ihren Maschinen arbeiten. Das eigentliche Risiko zeigte sich immer dann, wenn das Silo schneller leer lief als erwartet. Dann stand die Heizung, im schlechtesten Fall drohte ein ungeplanter Produktionsstopp, und Decker musste kurzfristig und zu schlechteren Konditionen Hackschnitzel von außen zukaufen.


  1. Die Lösung

Gemeinsam mit Decker hat strait einen Radarsensor berührungslos am Silodeckel montiert. Der Sensor misst den Füllstand kontinuierlich und wartungsfrei, auch bei der starken Staubentwicklung, die in einem Hackschnitzelsilo entsteht. Die Messwerte werden drahtlos per LoRaWAN an die Plattform .five übertragen und dort in Echtzeit visualisiert. Sobald der Füllstand einen definierten Mindestpegel unterschreitet, löst .five automatisch eine Benachrichtigung aus, sodass die Nachbestellung angestoßen werden kann, lange bevor die Heizung zum Problem wird.


Im selben Zug hat strait intelligente Stromzähler verbaut, die den Stromverbrauch des Betriebs kontinuierlich und automatisch erfassen. Auch diese Werte fließen direkt in .five, sodass der Verbrauch nicht mehr einmal im Jahr vom Zählerstand abgelesen, sondern laufend und in Echtzeit dokumentiert wird. Niemand muss mehr auf das Silo klettern, niemand muss mehr schätzen, wie viel Brennstoff noch vorhanden ist, und niemand muss am Jahresende mühsam Zählerstände zusammensuchen.


  1. Das Ergebnis

Allein die wöchentliche Silobegehung des Werksleiters summiert sich über die Heizsaison auf rund 32 Stunden im Jahr. Bezogen auf seine Personalkosten entspricht das einem Aufwand von über 1400 Euro jährlich, und darin ist die Zeit der beiden Kollegen, die währenddessen nicht produzieren können, noch gar nicht enthalten. Rechnet man die stillstehende Produktion und die teuren, kurzfristigen Zukäufe hinzu, übersteigt die vermiedene Belastung im Jahr deutlich die Marke von 3500 Euro.


Diesem Aufwand stehen heute laufende Kosten gegenüber, die nur einen Bruchteil davon ausmachen, sodass sich die Investition innerhalb weniger Wochen amortisiert hat und nicht erst innerhalb von Jahren. Hinzu kommt die Sicherheit der Mitarbeiter, denn der gefährliche Aufstieg auf das Silo bei Wind und Wetter entfällt heute vollständig.


Der Nebeneffekt: eine Treibhausgasbilanz, die mitläuft

Der Radarsensor misst nicht nur den Füllstand, sondern über das Füllstandsdelta auch den tatsächlichen Verbrauch an Hackschnitzeln. Aus dieser Verbrauchsmenge leitet strait die biogenen Scope 1 Emissionen aus der Biomasseverbrennung automatisch ab. Die verbauten Smart Meter ergänzen dieses Bild um den Strom, denn sie liefern die Datenpunkte für die Scope 2 Emissionen ebenso automatisiert und ohne manuelle Ablesung. So entsteht aus zwei unscheinbaren Geräten am Betrieb eine Treibhausgasbilanz, die einen wesentlichen Teil von Scope 1 und Scope 2 selbsttätig befüllt. Zahlen, die früher grobe Schätzungen waren, sind heute nachvollziehbare Datenpunkte, ohne dass dafür ein einziger Arbeitsschritt zusätzlich nötig wäre.


Was die Geschichte zeigt

Eine Manufaktur, die seit Generationen auf Qualität und Sorgfalt setzt, hat hier nicht in ein Nachhaltigkeitsprojekt investiert, sondern in eine Lösung, die ein konkretes betriebliches Problem beseitigt. Dass dabei gleichzeitig die Treibhausgasbilanz präziser wird, ist kein Zusatzaufwand, sondern ein Nebenprodukt sauberer Daten. Bei Decker ergänzt diese Technik die Werte, für die der Betrieb ohnehin steht, denn Tradition und Innovation widersprechen sich nicht, sobald sich beides messbar rechnet. Genau so soll operative Nachhaltigkeit im Mittelstand aussehen.


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