Kleinstunternehmen im VS 2026: Was für Betriebe unter 10 Mitarbeitenden gilt
Der VS 2026 unterscheidet erstmals zwischen kleinen und Kleinstunternehmen. Was das für Betriebe unter 10 Mitarbeitenden praktisch bedeutet.


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Eine der praktischen Neuerungen im VS 2026, die bisher wenig Aufmerksamkeit bekommt: Der Standard unterscheidet jetzt erstmals systematisch zwischen Unternehmen mit mehr und weniger als 10 Mitarbeitenden. Für kleine Handwerksbetriebe, Einzelstandort-Gastronomie und kleine Zulieferer ist das relevant – hier die Einordnung.
Warum diese Unterscheidung neu eingeführt wurde
Der bisherige VSME-Standard behandelte alle Unternehmen bis zur oberen Grenze (zuletzt 250, jetzt bis 1.000 Mitarbeitende) im Grunde gleich. In der Praxis zeigte sich: Ein Betrieb mit 8 Mitarbeitenden hat andere Kapazitäten für Datenerfassung und Berichtswesen als einer mit 300. Der VS 2026 reagiert darauf mit einer eigenen, reduzierten Regelung für die kleinste Gruppe.
Kurz-Checkliste: Gehörst du zu den Kleinstunternehmen im Sinne des VS 2026?
Weniger als 10 Mitarbeitende (Vollzeitäquivalente)
Nicht CSRD-berichtspflichtig
Erste externe Anfrage steht an oder wird absehbar erwartet
Bisher keine strukturierte Nachhaltigkeitsdatenerfassung vorhanden
Treffen alle vier Punkte zu, ist die Kleinstunternehmen-Regelung im VS 2026 wahrscheinlich der passende, niedrigschwelligste Einstieg.
Warum Kleinstunternehmen in der EU-Statistik besonders im Fokus stehen
Kleinstunternehmen (unter 10 Mitarbeitenden) machen in Deutschland und der EU zahlenmäßig die überwiegende Mehrheit aller Betriebe aus. Bei der Ausarbeitung des VS 2026 hat die EU-Kommission daher gezielt geprüft, ob die für „normale" KMU konzipierten Datenpunkte auch für diese sehr kleine Gruppe praktikabel sind – mit dem Ergebnis, dass eine eigene, weiter reduzierte Regelung sinnvoller war als eine Einheitslösung für den gesamten Mittelstand bis 1.000 Mitarbeitende.
Ein Beispiel: der Fünf-Personen-Zulieferbetrieb
Ein spezialisierter Zulieferbetrieb mit 6 Mitarbeitenden beliefert einen mittelgroßen Maschinenbauer. Ohne die neue Kleinstunternehmen-Regelung hätte der Betrieb sich an derselben Datentiefe orientieren müssen wie ein Zulieferer mit 300 Mitarbeitenden – ein Aufwand, der in keinem Verhältnis zur Betriebsgröße steht. Mit der neuen, reduzierten Regelung kann der Betrieb eine schlankere Version des VS-2026-Berichts erstellen, die trotzdem als anerkannte Struktur gilt und von Kunden akzeptiert wird.
Was das für die Kommunikation mit Großkunden bedeutet
Wichtig zu wissen: Auch mit der reduzierten Kleinstunternehmen-Regelung bleibt der Bericht ein anerkannter VS-2026-Bericht – kein Sonderformat, das Kunden zusätzlich erklärt werden müsste. Das unterscheidet die Regelung von einem rein internen, selbst gebastelten „Minimal-Report", der bei einem Großkunden möglicherweise Rückfragen auslösen würde.
Was sich für Kleinstunternehmen konkret ändert
Der genaue Umfang der Erleichterungen für Kleinstunternehmen wird im finalen Rechtsakt und den zugehörigen EFRAG-Leitlinien präzisiert – im Kern geht es um eine weitere Reduktion der ohnehin schon schlanken VS-Datenpunkte, angepasst an die realistischen Kapazitäten sehr kleiner Betriebe. Für dich als Kleinstunternehmen bedeutet das praktisch: Der Einstieg in einen freiwilligen Bericht wird nochmals niedrigschwelliger, als er es mit dem regulären VS 2026 ohnehin schon ist.
Lohnt sich ein Bericht für ein Kleinstunternehmen überhaupt?
Die gleiche Logik wie bei größeren Mittelständlern gilt auch hier – nur mit anderer Gewichtung:
Bist du Zulieferer eines größeren Kunden? Auch als Kleinstunternehmen kannst du in die Lieferkettenanfragen eines Großkunden hineingezogen werden – die vereinfachten VS-Datenpunkte für Kleinstunternehmen sind dann trotzdem die naheliegende Struktur für deine Antwort.
Reicht bei dir eine schlanke Datenbasis ohne vollständigen Bericht? Für viele Kleinstunternehmen ohne aktuelle externe Anfrage ist das der pragmatischere erste Schritt – siehe dazu auch die Einordnung in VS-Standard oder eigener Report?.
Wie strait auch für kleine Betriebe funktioniert
Gerade für Kleinstunternehmen ist der Aufwand einer manuellen, jährlichen Datenerhebung unverhältnismäßig hoch im Vergleich zur Betriebsgröße. strait erfasst Energie- und Betriebsdaten automatisiert über IoT-Sensorik – unabhängig von der Unternehmensgröße entsteht die Datenbasis dabei praktisch nebenbei, ohne zusätzliches Personal für die Berichterstattung.
Wie viel Bericht brauchst du wirklich? Der Nachhaltigkeits-Readiness-Check gibt dir eine auf deine Betriebsgröße zugeschnittene Einschätzung.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist neu am VS 2026 für Kleinstunternehmen? Der VS 2026 führt erstmals eine eigene, reduzierte Regelung für Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden ein – zusätzlich zur ohnehin schon schlanken Struktur für den übrigen Mittelstand.
Muss ich als Kleinstunternehmen überhaupt einen Bericht erstellen? In der Regel nicht verpflichtend. Sinnvoll wird es, wenn ein Kunde, eine Bank oder eine Ausschreibung konkret danach fragt.
Was ist der Unterschied zwischen der Kleinstunternehmen-Regelung und dem regulären VS 2026? Die genaue Ausgestaltung wird im finalen Rechtsakt präzisiert, im Kern geht es um eine weitere Reduktion der Datenpunkte, angepasst an die Kapazitäten sehr kleiner Betriebe.
Ab wann gilt ein Unternehmen als Kleinstunternehmen im Sinne des VS 2026? Die Abgrenzung liegt bei weniger als 10 Mitarbeitenden – die exakte Definition inklusive eventueller Umsatzkriterien lohnt sich vor einer konkreten Berichtsentscheidung im finalen Rechtsakt zu prüfen.
Lohnt sich Energiemonitoring auch für sehr kleine Betriebe? Ja. Der Automatisierungsvorteil wiegt bei kleinen Teams eher noch stärker, weil hier keine eigene Kapazität für manuelle Datenerhebung vorhanden ist.
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